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Der Igel als Pflegling

Die heimischen Igel waren in der Herbstzeit sehr aktiv, sie haben sich ausreichend Körperfett angemästet, denn dieses benötigen sie um ihn während des Winterschlafes wieder zu verbrauchen. Igel, die sich keinen geeigneten Speckmantel angefressen haben, benötigen oftmals menschliche Hilfe um zu überleben.
In Österreich sind Igel streng geschützt und dürfen nur in Ausnahmefällen in heimische Pflege übernommen werden. |
Wann darf man einen Igel bei sich aufnehmen?
Wenn der Igel krank oder verletzt ist Wenn der Igel zu schwach oder zu krank zum selbständigen Überwintern ist Wenn der Igel im tiefen Winter auf Futtersuche angetroffen wird
Ist es bereits später im Herbst oder sogar Winterbeginn und Sie treffen bei niedrigen Temperaturen einen umherwandernden Igel, machen Sie zunächst eine Gewichtskontrolle. Ist das Tier leichter als 500 - 600 g, kann es nicht selbständig überwintern!
Danach am besten gleich zum praktischen Tierarzt! Dieser überprüft den Gesundheitszustand des Tieres setzt Maßnahmen gegen Endo - und Ektoparasiten. Bitte das Tier nicht selbst entwurmen und entflohen - manche Mittel sind für Igel nicht geeignet!
Wo bringt man den Igel unter?
Nur Räume mit einer Temperatur von mind. 18°C sind geeignet! Darin wird eine Kiste oder ein Käfig mit einer Bodenfläche von mind. 0,5 m² und einer Höhe von mind. 40 cm als Tagesquartier aufgestellt (möglichst nicht auf kaltem Fliesen - oder Steinboden). Diese wird mit Zeitungspapier ausgelegt (Täglich wechseln!). Um es ihm gemütlich zu machen, gibt man Heu oder Laub in die Kiste und stellt zusätzlich ein Häuschen als Unterschlupf hinein. Zum Auspolstern des Häuschens stellt man dem Igel WC-Papier, Küchenrolle oder Ähnliches zur Verfügung.
Achtung, der Igel braucht unbedingt abends oder nachts mehrere Stunden Auslauf, da sonst Bewegungsstörungen auftreten und er nie wieder zu einem Leben in freier Natur fähig sein wird! Der Auslauf sollte ebenfalls nicht in ungeheizten Räumen oder auf kalten Fliesenböden erfolgen.
Der Igel ist ein Einzelgänger. Wollen Sie zwei oder mehr Tiere bei sich überwintern, sollten Sie daher auf getrennte Unterbringung achten.
Fütterung:
In der Natur frisst der Igel Insekten, Regenwürmer, Schnecken, kleine Wirbeltiere, Pflanzenkost und Aas. Daher gemischte Kost anbieten: Etwa zur Hälfte aus gekochtem Fleisch (z. B. Rind, Huhn) und zur Hälfte aus Pflanzlichem (z. B. Nüsse, Karotten, Äpfel, Bananen, Sonnenblumenkerne, Haferflocken) Hin und wieder auch Mehlwürmer, gekochtes Ei, ungeschwefelte Rosinen oder Insektenfutter aus der Tierhandlung Futtermenge: Etwa 1-2 Esslöffel pro Tag Etwa 1 - 2 x pro Woche 1 Tropfen Multivitaminpräparat beimischen, täglich etwa 1 Messerspitze Futterkalk.
Fütterungszeit: Am besten abends
Ungeeignet: menschliche Speisereste, Milch, Wurst, Brot, Schweinefleisch, Süßes, Gesalzenes oder Gewürztes sowie rohes Fleisch oder Ei. Kein reines Hunde - oder Katzenfutter füttern, eventuell ein wenig davon dem Futter beimischen.
Der Igel sollte auf keinen Fall mehr als 50g pro Woche zunehmen, daher regelmäßige Gewichtskontrolle!
Der Igelkot sollte fest und geformt sein, Durchfallkot kann ein Hinweis auf die Unverträglichkeit des Futters sein. Es sollte umgehend der praktische Tierarzt aufgesucht werden.
Vergessen sie nicht, dass Sie Ihren Pflegling wieder in die Natur entlassen werden, dann sollte er auch überlebensfähig sein. Dazu gehört neben der körperlichen Gesundheit, dass er seine natürliche Scheu nicht verliert, die ihn vor Gefahren schützt. Vermeiden Sie daher, dass der Igel handzahm wird und sich an Ihre Haustiere gewöhnt.
Das Merkblatt des Veterinäramts Wien zu diesem Thema können Sie kostenlos bestellen: "Der Igel als Pflegling" . Auskünfte erhalten Sie bei der Tierschutz-Helpline unter der Telefon-Nummer (01) 4000-8060.
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