Tierschutz in Wien
 
 

Wellensittich, Kanarienvogel & Co richtig gehalten

Tipps zur tiergerechten Unterbringung der am häufigsten gehaltenen Stubenvögel
Wellensittich, Kanarienvogel & Co richtig gehalten
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Nach wie vor erfreuen sich Wellensittiche, Nymphensittiche, Finken und Kanarienvögel in Wiener Haushalten großer Beliebtheit. Dabei entspricht manch alt eingesessene Haltung allerdings nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen.

Praktisch alle Vogelarten leben in Familien oder Schwärmen, so dass sie auch als Stubenvögel zumindest paarweise gehalten werden müssen. Einzeln untergebrachte Vögel weisen immer Verhaltensstörungen auf, jeder noch so liebevolle Kontakt zu uns Menschen kann den Artgenossen nicht ersetzen.

Käfiggrößen

Die im Folgenden angegebenen Maße gelten für die paarweise Unterbringung und dürfen auch bei begründeter Einzelhaltung nicht unterschritten werden:

Wellensittich 80cm x 40cm x 60cm

Nymphensittich 150cm x 80cm x 100cm

Reisfink 80cm x 40cm x 40cm

Kanarienvogel 60cm x 35cm x 40cm

Zebrafink 60cm x 35cm x 40cm

Japanisches Mövchen 60cm x 35cm x 40cm

Die angegebenen Käfigmaße gelten für die paarweise Unterbringung, für jedes weitere Tier/Paar ist die Grundfläche um 50% zu erweitern.

Standort des Käfigs

Es sollte ein heller, ruhiger Standort, der frei von Zugluft ist, ausgewählt werden. Der Käfig muss außerdem in einer Mindesthöhe von 80 cm aufgestellt werden. Käfige in Wohnräumen sind abends abzudecken, um den natürlichen Tag-Nachtrhythmus zu erhalten. Rundkäfige mit weniger als 2 Meter Durchmesser, die leider nach wie vor in Tierhandlungen angeboten werden, sind verboten. Kein noch so großer Käfig kann einen kontrollierten Freiflug, der jedem Stubenvogel zu gewähren ist, ersetzen. Die damit verbundenen Gefahren (Fenster ohne Vorhänge, Kabel, Giftpflanzen etc) müssen so gering als möglich gehalten werden.

Mindestausstattung

Es sind mindestens 2 Sitzstangen unterschiedlichen Durchmessers zur Stärkung der Zehenmuskulatur so anzubringen, dass eine Verunreinigung des Futters und Wassers verhindert wird. Das Bodenmaterial (Sand, Hobelspäne oder anderes saugfähiges Material) muss regelmäßig gereinigt werden (Infektionsquelle!).

Ernährung

Dabei ist auf ein abwechslungsreiches und geeignetes Futter zu achten. Der Speiseplan sollte immer frisches Obst, Gemüse, Grünfutter etc. enthalten, die ausschließliche Ernährung mit Sämereien ist unbedingt zu vermeiden, da diese zu energiereich sind und in Kombination mit mangelnder Bewegung zur Verfettung der Vögel beitragen. Auch auf die Versorgung mit Mineralstoffen (Sepia, Mineralsteine) darf nicht vergessen werden. Wird eine Gruppe von Vögel gehalten, empfiehlt sich das Anbringen mehrerer Futterbehälter, damit auch rangniedere Tiere in Ruhe zum Futter gelangen können.

Sauberes Trinkwasser muss den Tieren ständig zur Verfügung stehen und ist gegebenenfalls mehrmals am Tag zu wechseln. Auch hier empfiehlt sich bei Gruppenhaltung das Anbringen mehrerer Trinkschalen.

Bademöglichkeit schaffen

Ein Teil des täglichen Rituals wird der Gefiederpflege gewidmet. Dazu gehört auch, dass den Tieren eine Bademöglichkeit geboten wird. Spezielle Badehäuschen, wie sie im Fachhandel erhältlich sind, erfüllen diese Bedürfnisse und tragen zum Wohlbefinden unserer gefiederten Freunde bei.

 

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