Tierschutz in Wien
 
 

Koi - der japanische Karpfen

Koi - der japanische Karpfen
Koi - der japanische Karpfen

Koi sind wunderschön gezeichnete, kostbare Zierkarpfen. In den letzen Jahren erfreuen sich diese, ursprünglich aus Japan stammenden Fische, auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Es gibt sie in allen Farben - rot, weiß, schwarz, aber auch blau, gelb orange und grün. Von metallisch glänzend über silber- und goldfarben. Daher werden sie auch Buntkarpfen genannt. Koi können je nach Körperbau, Zeichnung und Hautqualität Preise bis in den fünfstelligen Eurobereich erzielen.

Haltung

Koiliebhaber halten die Fische meist in möglichst keimfreiem, glasklarem Wasser, was unter Umständen zu Sonnenbrand führen kann, vor allem wenn das Wasser zu seicht ist. Generell sollte man darauf achten, dass der Teich tief genug ist, denn das verhindert unter anderem auch ein völliges Durchfrieren im Winter, sodass die Koi in den Tiefzonen des Teiches überwintern können. Die Anfälligkeit gegen verschiedenste Parasiten steht im Zusammenhang mit der dichten Haltung. Der Druck durch Parasiten, Bakterien und andere Krankheitserreger ist natürlich umso größer, je mehr Fische bei gleichem Wasservolumen gehalten werden und je größer dabei die einzelnen Individuen sind. In klarem Wasser haben diese Krankheitserreger zwar eine geringere Überlebensmöglichkeit, aber die Übertragung von Fisch zu Fisch auf engem Raum fördert deren Verbreitung. Eine Faustregel für den Koi besagt, man soll in 1000 Liter Wasser höchstens einen Fisch halten. In Japan werden Koi, um ein besonders großes Wachstum zu erzielen, oft in riesigen Naturteichen mit Steinen und Wasserpflanzen gehalten, an denen sich auch gerne Reiher aufhalten.

Die Koi Herpesvirus Infektion – eine anzeigepflichtige Krankheit

Die "Koiseuche“- KHV ist eine hoch ansteckende virale Erkrankung, die vor allem Nutzkarpfen und Buntkarpfen gefährdet. Wird der KHV-Nachweis vom österreichischen Referenzlabor erbracht, so sind – gemäß Aquakulturseuchen-Verordnung – Bekämpfungsmaßnahmen mit amtstierärztlicher Hilfe zu treffen.

Krankheitsanzeichen

Die Fische sind teilnahmslos, fressen nicht, ihr Gleichgewichtssinn kann gestört sein, die Atmung erschwert und somit beschleunigt. Verläuft die Koiseuche akut, gibt es oft keine klinische Symptomatik oder es fallen nur Rötungen oder Trübungen der Haut und Kiemenschwellung auf. Bei chronischem Verlauf sind mitunter „raue“ Hautstellen (Hautschleimverlust), Kiemennekrosen und eingefallene Augen zu bemerken. All diese Anzeichen sind nicht KHV - spezifisch, ähnliche Symptome können auch bei Erkrankungen auftreten, die andere Ursachen haben.

Vorbeugende Maßnahmen 

Kaufen Sie Nutzkarpfen und Koi von Betrieben, die selbst züchten · Vermeiden Sie Zukäufe unterschiedlicher Herkunft · Bevorzugen Sie kontrollierte Betriebe, die Gesundheitszeugnisse vorweisen · Prüfen Sie die Möglichkeit einer Quarantänehaltung und besprechen Sie die sinnvolle Durchführung mit Ihrem Tierarzt · Führen Sie Buch über Neuzugänge! · Verzichten Sie auf sogenannte NIFs (naturally immune fishes; sog. durchseuchte Fische. Solche Tiere sind u.U. lebenslang Virusträger und Virusausscheider und daher ein großes Infektionsrisiko.) Diese vorbeugenden Maßnahmen können ihre Fische übrigens auch vor anderen Erkrankungen, die nicht anzeigepflichtig sind, schützen. Ein gutes Teichmanagement ist ein Garant dafür, dass sie lange Freude an ihrem neuen „Familienzuwachs“ haben. Koi erreichen bei guter Haltung ein Alter von 50 bis 70 Jahren. Vereinzelte Exemplare können ein noch weitaus höheres Alter erreichen. Die maximale Lebenserwartung liegt bei über 200 Jahren.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline des Veterinäramts Wien unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060 an.

 

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