
Jagdhunde

© Carole Schlatter - Weimaraner
Wie auch immer man die Jagd nach freiem Wild beurteilen mag, die Jagd hat eine ökologische und wirtschaftliche Bedeutung. Durch das Fehlen des entsprechenden Raubwildes ist das natürliche Gleichgewicht in unseren Wäldern und Fluren nicht mehr gegeben, sodass zur Gesunderhaltung des Wildtierbestandes und um Wildschäden in der Forst- und Landwirtschaft zu verhindern menschliches Eingreifen erforderlich ist.
Jäger und Nichtjäger sind sich jedenfalls einig: Die Jagd soll möglichst waid- und tierschutzgerecht durchgeführt werden, das bedeutet den Wildtieren sollen nicht unnötige Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt oder in schwere Angst versetzt werden. Die Ausübung der Jagd ist in den Jagdgesetzen der Bundesländer geregelt. Daher ist es besonders wichtig, gut ausgebildete Jagdhunde mit ihrem besonders ausgeprägtem Geruchssinn ("Spürnase") einzusetzen. In den verschiedenen Landesjagdgesetzen ist daher der Jagdausübungsberechtigte verpflichtet, für die Haltung von Jagdhunden zu sorgen.
Jagdhunde sind Helfer der Menschen
Jagdhunde sind schon seit vorhistorischen Zeiten als Begleiter und Gehilfen der Jäger bekannt. Im Laufe der Zeit wurden aus den vielen Haushundevarianten sehr verschiedene Jagdhundetypen für unterschiedliche jagdliche Einsatzgebiete herausgezüchtet.
Einerseits kommen Jagdhunde zur Nachsuche nach dem Schuss und zum Apportieren des erlegten Wildes zum Einsatz andererseits zum Auffinden und Aufstöbern des Wildes. Hetzjagden mit einer Hundemeute und Jägern zu Pferd, wie sie auf Gemälden aus dem 18. und 19. Jahrhundert bekannt sind, sind aus Tierschutzgründen verboten (§ 222 Strafgesetzbuch). Ebenso ist jene Form der Baujagd, bei der kurzbeinige Hunde in einen Fuchs- oder Dachsbau hineingetrieben werden um den Fuchs bzw. Dachs zu stellen und zu erlegen, als ein unnötiges Zufügen von Qualen anzusehen. Baujagd wird daher von waidgerecht agierenden Jägern abgelehnt.
Zahlreiche Hunderassen werden als Jagdhunde verwendet
Die heute zum Einsatz kommenden Jagdhunde werden eingeteilt entsprechend ihrem bevorzugten jagdlichen Einsatzgebiet in:
* Vorstehhunde: Sie zeigen durch lautloses Verharren ("Vorstehen") dem Jäger an, dass sie Wild entdeckt haben. Zu den bekanntesten Rassen zählen: Deutsch Drahthaar, - Stichelhaar, - Kurzhaar und - Langhaar, Pudelpointer, Weimaraner (Langhaariger/Kurzhaariger) Großer und Kleiner Münsterländer Griffon, Magyar Vizsla.
* Stöberhunde: Sie suchen im unübersichtlichen Gelände planmäßig nach Wild und stöbern es auf. Vertreter sind: Deutscher Wachtelhund, Cocker-Spaniel, Springer-Spaniel.
* Apportierhunde: Sie sind spezialisiert für das Auffinden und anschließende Apportieren von erlegtem Kleinwild. Zu diesen Jagdgebrauchshunden zählen die verschiedene Retrieverrassen.
* Brackier- und Laufhunde: Sie sind besonders geeignet Wild zu finden, es laut zu verfolgen und dem Jäger zuzutreiben. Dazu zählen die verschiedene Brackenrassen und Beagle.
* Erd- oder Bauhunde: Sie versuchen den Fuchs oder Dachs durch Verbellen zum Verlassen des Baus zu bringen. Typisch ist die Kurzbeinigkeit, die sie befähigt in den Fuchs- bzw. Dachsbau vorzudringen. Wie schon der Name aussagt gehören dazu Dachshunde / Dackel in mehreren Größenvarianten und als Rau-, Lang- und Kurzhaar, und Terrier wie Deutscher Jagdterrier, Foxterrier und Parson Russell Terrier.
* Schweißhunde: Sie sind darauf spezialisiert, der Blutfährte eines verletzten Wildtieres im Rahmen der Nachsuche zu folgen und zu finden. Verwendet werden diverse Schweißhunderassen wie Hannoverscher - und Bayerischer Gebirgsschweißhund, aber auch die Alpenländische Dachsbracke.
Für den Jäger ist der Jagdhund nicht nur ein unverzichtbarer Gehilfe bei der Jagd, sondern auch ein treuer Begleiter und ein umgänglicher Haus- und Hofhund.
Bei weiteren Fragen zu diesem Thema kontaktieren Sie uns - Veterinäramt und Tierschutz unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.
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