
Gebrauchshunde – Hunde im Arbeitseinsatz

Unter dem Begriff Gebrauchshunde versteht man jene Hunde, die vom Menschen für verschiedene Tätigkeiten „gebraucht“ werden, also Hunde, die aufgrund ihrer körperlichen und mentalen Fähigkeiten bestimmte Aufgaben zu erfüllen haben. Die wohl bekanntesten Gebrauchshunde sind Diensthunde der Polizei oder des Bundesheers, wobei in diesen Bereichen zusätzlich Spezialisten ausgebildet werden, die im Bereich Sprengstoff- oder Drogensuche zum Einsatz kommen.
Allerdings gibt es darüber hinaus noch eine ganze Reihe von Einsatzmöglichkeiten für Gebrauchshunde, wie zum Beispiel die Jagd, der Katastrophenschutz oder die Suche nach Menschen im Zuge von Lawinenunglücken. Nicht zu vergessen die sogenannten Servicehunde, die eine wertvolle Unterstützung für Menschen mit Handicaps darstellen – hier ist neben dem prominenten Blindenführhund auch beispielsweise der Therapiehund zu nennen.
Da sie aufgrund ihres Einsatzgebietes bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen, wird bei der Selektion nicht nur auf den Körperbau Wert gelegt, vielmehr spielt das Wesen der Hunde (z. B. Triebstärke, Nasenveranlagung...) eine sehr wichtige Rolle. Allen gemeinsam ist die Freude an der Arbeit und ihre ausgeprägte Lernbereitschaft.
Derzeit gibt es neun anerkannte Gebrauchshunderassen (wobei jene Hunde, die den Jagdhunden zuzuordnen sind, hier keine Erwähnung finden):
Dobermann
Deutscher Schäferhund
Malinois (Belgischer Schäferhund)
Rottweiler
Airdale Terrier
Hovawart
Riesenschnauzer
Bouvier Boxer
Abgesehen von den genannten Rassen kommen natürlich auch andere Rassen oder Mischlinge für den Einsatz als Gebrauchshund infrage.
Die Grundausbildung sollte neben einer umfassenden Sozialisierung im ersten Schritt ein Etablieren eines sicheren Grundgehorsams sein, wobei auch bei Gebrauchshunderassen darauf Wert gelegt werden sollte, die Freude des Hundes an der Arbeit zu erhalten. Angeborene Triebe, die im späteren Einsatz Vorteile bringen, werden gefördert – die gezielte Arbeit beginnt erst etwas später.
Abgesehen von der klassischen „Berufstätigkeit“ gibt es auch die Möglichkeit, diese Hunde über den Gebrauchshundesport optimal auszulasten. Der Gebrauchshundesport ist eine der ältesten Hundesportarten und zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus, die gerade die Veranlagung von Gebrauchshunden anspricht. Daher ist es nicht nur im Diensteinsatz, sondern auch im Sportbereich wichtig, bei der Zuchtauswahl auf Wesensfestigkeit und Arbeitswillen der Hunde Wert zu legen.
Abschließend sei erwähnt, dass eine rassegerechte körperliche und vor allem mentale Auslastung das Um und Auf eines Hundealltags darstellen sollte – auch sogenannte Familienbegleithunde benötigen artgerechte Beschäftigung, welche ein wichtige Grundlage für eine stabile und bereichernde Mensch-Hund-Beziehung darstellt.
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel:
*) Bitte stellen Sie sicher, dass alle mit * gekennzeichneten Felder ausgefüllt sind.
