Tierschutz in Wien
 
 

Die Ringelnatter in der Großstadt

Wer in Wien im Prater joggt, der kann ihr schon mal begegnen. Vor allem in den Morgenstunden und an sonnigen Plätzen, dort erholt sie sich mit einem ausgiebigen Sonnenbad von der Nachtkälte. Sie ist die in Wien häufigste Schlange: die Ringelnatter.
Die Ringelnatter in der Großstadt

Die Ringelnatter ist eine kräftig gebaute Schlange. Der große und breite Kopf ist vom Rumpf deutlich abgesetzt. Die Pupillen sind wie bei allen Nattern rund. Auffälligstes Erkennungsmerkmal sind die orangegelben, gelblichen oder manchmal auch weißen "Halbmondflecken" auf beiden Seiten hinter dem Kopf. Die Grundfarbe der Tiere schwankt von schiefergrau bis grün- oder olivbraun. Selten treten auch ganz oder teilweise schwarz gefärbte Tiere, auf. Ausgewachsene Männchen bleiben meist unter einem Meter Körperlänge. Weibchen überschreiten oft 1,5 Meter. Außerdem sind die Weibchen dicker als die Männchen.

Im Prater und in der Lobau findet sie ihren bevorzugten Lebensraum in der Nähe von Gewässern. Stellenweise bewohnt sie sogar Wald und Trockengebiete. Auch im Innenstadtbereich tritt sie auf. Gartenteiche und Komposthaufen von Kleingartensiedlungen bieten ihr Nahrung und Brutmöglichkeit.

Die Ringelnatter ernährt sich überwiegend von Fröschen, Kröten und deren Kaulquappen. Molche und Fische gehören genauso zu ihrer Beute wie Eidechsen und Mäuse. Sie selbst wird von Greifvögeln, Igeln und Katzen gejagt. Ihr größter Feind ist aber der Mensch. Durch Zerstörung von  Feuchtgebieten und Intensivierung der Landwirtschaft wird ihr und ihren Beutetieren der
Lebensraum begrenzt. Auf warmen asphaltierten Straßen wird sie häufig überfahren und von dummen oder unwissenden Menschen noch immer gefürchtet und getötet.
Für den Menschen, wie auch für Haustiere wie Hunde und Katzen, stellt die Ringelnatter keinerlei Gefahr dar.
Die Ringelnatter ist eine harmlose, ungiftige und scheue Schlange. Nur wenn ihr die Möglichkeit der Flucht genommen wird reagiert sie mit Drohgebärden und Scheinangriffen, bei denen das Maul meist geschlossen bleibt. Oft stellt sie sich auch tot. Das Tier erschlafft dann, legt sich halb auf den Rücken, dreht die Pupillen nach unten, öffnet weit das Maul und lässt die Zunge heraushängen.
Wird das Tier angefasst oder aufgehoben, entleert sie aus den Kloakendrüsen eine übelriechende, gelblichweiße Flüssigkeit.

Die Eiablage erfolgt im Juli bis August in  Komposthaufen und Misthaufen. Das Gelege umfasst 10 bis 40 Eier. Die Länge der oval geformten und weißlichen Eier beträgt 25 bis 35 mm, die Breite 19 bis 24 mm. Die Jungtiere findet man ab Ende August.
Den Winter verbringen die Ringelnattern in einer Winterstarre in Komposthaufen,
frostfreier Erde, hohlen Baumstümpfen oder Laubhaufen. Sie verlassen dieses Versteck im März bis April, abhängig von den Außentemperaturen. Ringelnattern werden 20 bis 25 Jahre alt.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline des Veterinäramts Wien unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.





 

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