
Wasservögel im Winter

Auch Wasservögel verbringen den Winter gerne und in großer Zahl in unseren Breiten, da er meist etwas milder verläuft als in der nördlicheren Heimat der Tiere.
Üblicherweise finden sie auch genügend Futter, vor allem wenn die Gewässer nicht oder nur teilweise zugefroren sind, braucht man sich diesbezüglich keine Sorgen zu machen. In starken und langen Frostperioden kann man den Tieren jedoch mit zusätzlicher Fütterung helfen. Diese soll aber richtig durchgeführt werden, um nicht einen gegenteiligen Effekt zu erzielen und darüber hinaus noch der Umwelt zu schaden.
Geeignetes Futter ist Getreide, Kleie, Hühner - oder Wassergeflügelfutter, gekochte Erdäpfel, Rübenstücke, evtl. Obst und in geringen Mengen zerkleinertes Körnerbrot oder - toast. Das Futter soll am Ufer in solchen Mengen angeboten werden, dass die Vögel es gleich wegfressen können.
Keinesfalls sollten Speisereste oder verdorbenes Futter wie muffiges, angeschimmeltes Brot verfüttert werden.
Brot als vorwiegendes oder alleiniges Futter ist ungeeignet, da den Tieren dadurch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen entsteht und ihre Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit wesentlich darunter leidet.
Oft kann man beobachten, dass ganze Brotwecken oder Gebäckteile verfüttert werden. Dies ist - abgesehen von der schlechten Eignung des Futters - sinnlos, da die Vögel es mit ihren Schnäbeln nicht zerteilen und somit nicht aufnehmen können.
Futter, das in großer Menge ins Wasser geworfen wird, wird in der Regel nur zum Teil gefressen. Das restliche Futter wird wie der Kot der Wasservögel im Wasser abgebaut, wodurch der ohnehin durch die Eisdecke geringere Sauerstoffgehalt des Wassers weiter reduziert wird. Damit schadet man den anderen Wasserbewohnern, so kann zum Beispiel ein Fischsterben die Folge sein. Daher sollte das Futter vorwiegend am Ufer und in kleineren Mengen angeboten werden. Es darf stets nur so viel Futter ausgelegt werden, wie von den anwesenden Tieren sofort weggefressen werden kann.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass zwischen 1. März und 1. November (also in der warmen Jahreszeit) für die Alte Donau ein Fütterungsverbot der Wasservögel gilt. Damit soll verhindert werden, dass sich die Wasserqualität durch unnötiges Füttern verschlechtert.
Der Wasserpark in Floridsdorf ist übrigens ein beliebter Zufluchtsort für viele Wasservogelarten im Winter, da Donauwasser einströmt und damit weitgehend sein Zufrieren verhindert wird.
Die Thermoregulation unserer Wasservögel
Oft wird die Frage aufgeworfen, wie denn die Wasservögel mit ihren dünnen und unbefiederten Füssen die Kälte überstehen können.
Dafür hat die Natur einen ausgeklügelten Mechanismus des Wärmeaustausches im Gegenstromprinzip vorgesehen, der über ein dichtes Arteriengeflecht (genannt Wundernetz) funktioniert. Damit wird erreicht, dass bei guter Durchblutung der Füße die Wärme im Körperinneren bleibt und gleichzeitig die Oberfläche der Füße kalt bleibt. Dies ist wichtig, damit weniger Wärme nach außen verloren geht, und auch, damit die Tiere auf dem Eis sitzen und ruhen können. Warme Füße würden das Eis zum Tauen bringen, was zu späterem Festfrieren führen könnte.
Diese raffinierte Art der Wärmeregulation funktioniert bei tiefsten Temperaturen und versagt höchstens bei stark geschwächten oder kranken Tieren. Ein Anfrieren von Wasservögeln ist deshalb höchst selten, die meisten scheinbar festgefrorenen Vögel flattern ihren herannahenden Rettern munter davon!
Daneben besitzen die Vögel ein wetter- und wasserfestes Deckgefieder, das die Tiere durch Pflege mit dem fettigen Sekret der Bürzeldrüse immer wieder zum Schutz gegen Nässe imprägnieren. Diese Deckfedern schützen das darunter liegende dichte Daunenkleid, das einen hervorragenden Schutz gegen Kälte bildet. Angeblich kann dadurch bei manchen Vogelarten ein Temperaturunterschied zwischen Vogelkörper und Außentemperatur von bis zu 80°C aufrechterhalten werden.
Hoffen wir, dass dies für den Wiener Winter nicht erforderlich wird!
Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline des Veterinäramts Wien unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel:
*) Bitte stellen Sie sicher, dass alle mit * gekennzeichneten Felder ausgefüllt sind.
Bisherige Meinungen zu diesem Artikel
Edith Kotschwar am 02.02.2012, 15:13hAlte Donau - Wasservögel
Es wäre beruhigender, wenn Fachkräfte, welcher Organisation auch immer, bei strengen Frostperioden wie gerade jetzt, die Wasservögel "professionell" füttern würden. Warum ist das nicht möglich bzw. geregelt? Dzt. sieht es mir so aus, als würde nach dem Motto "nur die Härtesten kommen durch" gehandelt. Möglicherweise geschieht das aber und ist nicht bekannt? Danke für Info.
