Tierschutz in Wien
 
 

Stadttauben – (K)eine Gefahr für den Menschen?

Woher kommen die Stadttauben? Die heutigen Stadttauben sind verwilderte Nachkommen von gezüchteten Haus- und Rassetauben
Stadttauben – (K)eine Gefahr für den Menschen?

Das starke Anwachsen der Population im letzten Jahrhundert ist mit dem vermehrten Nahrungsangebot durch achtlos weggeworfene Lebensmittel und durch das aktive Füttern in den Städten verbunden. Mit dem ganzjährig bereit stehendem Futterangebot, den reichlichen Nistmöglichkeiten in Dachböden, auf Fenstersimsen, hinter halb geschlossenen Fensterläden, in Ventilationsschächten usw. und dem Schutz vor ihren natürlichen Feinden bestehen für die Tauben günstige Voraussetzungen mehrmals im Jahr zu brüten (bis zu siebenmal jeweils 2 Eier) und die Brut auch durchzubringen. 

Sind die Stadttauben krank?

Stadttauben sind nicht als grundsätzlich krank zu bezeichnen, können aber wie jedes andere Tier Infektionskrankheiten requirieren und auf den Menschen übertragen.

Solche von Tauben auf den Menschen übertragene Infektionskrankheiten (Zoonosen) treten nur selten auf. Infektionen kommen fast nur bei Personen mit geschwächtem Immunsystem vor und erfordern einen intensiven Kontakt (z. B. Einatmen, Hand-Mund-Kontakt) zwischen dem Menschen und der Taube und ihren Ausscheidungen.

Mögliche übertragbare Krankheiten

„Vogelgrippe“
Tauben sind für das hochaggressive „Vogelgrippevirus“ (Influenzavirus vom Typ H5N1) nicht empfänglich. Sie können zwar Träger des Virus sein, erkranken aber nicht und scheiden es nur in geringen Mengen aus, sodass nur ein sehr geringes Risiko einer Erkrankung des Menschen besteht. (Hühner und anderes Geflügel sind hingegen hochempfänglich und sterben massenweise).

Ornithose/Psittakose
Diese durch Chlamydia psittaci hervorgerufene Allgemeinerkrankung der Papageienvögel, Tauben und anderer Vögel kann beim Menschen durch Einatmen von infektiösem Kot- oder Federnstaub und durch den Kontakt mit erregerhaltigen Ausscheidungen (Futter, Trinkwasser) auslösen. Die Erkrankten zeigen anfangs grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, bei vielen Patienten entwickelt sich weiters eine Lungenentzündung.
Siehe auch: http://www.wien.gv.at/veterinaer/tierseuchen/krankheiten/psittakose.html

Salmonellen
Tauben, die an Salmonellose erkranken, verenden ziemlich rasch und stellen für den Menschen kaum eine Gefahr dar. Aber Tauben können auch ohne zu erkranken in ihrem Darmtrakt Salmonellen beherbergen und mit dem Kot ausscheiden. Mit Salmonellen infizierte Kotpartikel, die unter Missachtung von Hygieneregeln vom Menschen aufgenommen werden; können heftige Durchfallserkrankungen auslösen. Salmonellen zählen weltweit zu den wichtigsten bakteriellen Durchfallerregern bei Menschen.

Ektoparasiten
Die Nester sind häufig Brutstätten von mehreren Blut saugenden Parasiten, die bei starker Vermehrung auch selbständig größere Distanzen überwinden und so Menschen befallen können. Von Bedeutung sind die Taubenzecke, die Rote Vogelmilbe und der Taubenfloh. Diese Ektoparasiten können an den Bissstellen unangenehmen Juckreiz, Hautrötungen und Schwellungen, aber auch Allergien auslösen.

Schutzmaßnahmen

  • direkten Kontakt mit Straßentauben vermeiden
  • beim Entfernen von infiziertem Taubenkot Nasen-Mundschutz, Handschuhe und eventuell eine
    Schutzbrille verwenden 
  • Hand-Mund-Kontakt unbedingt vermeiden
  • nach Kontakt mit Tauben oder deren Ausscheidungen Hände gründlich mit Seife reinigen und
    Kleidung wechseln

Schäden an Gebäuden

Das eigentliche Problem mit Stadttauben ist weniger die Gefahr der Erregerübertragung als vielmehr die Verschmutzung durch Taubenkot. Der Taubenkot ist ein Nährboden für Pilze, die Säure abscheiden, welche die Fassaden und Denkmäler angreift und beschädigt. Pro Taube fallen etwa 10 bis 12 Kilogramm Nasskot bzw. 2,5 kg Trockenkot im Jahr an.

Taubenabwehr

Voraussetzung jeder Populationsbeschränkung ist der Entzug von Futter und von Nistplätzen. Daher ist das Füttern von Tauben strikt zu unterlassen. (Wer Tauben füttert, füttert auch Ratten.) Eingangspforten zu möglichen Nistplätzen (z. B. Dachböden) sind zu verschließen. Zum Schutz von Fassaden und anderen möglichen Sitzplätzen können Taubenspitzen oder Taubennetze angebracht werden. Aus Tierschutzgründen müssen die Taubenspitzen so ausgeführt sein, dass keine Verletzungsgefahr für die Tiere besteht.

 
Foto: Z. Hubálek

 

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Bisherige Meinungen zu diesem Artikel

Hannelore Huber am 05.11.2011, 18:43h
Grundsätzlich ist es schon einmal ein Fortschritt und erfreulich nicht die üblichen Plattitüden gegen Stadttauben lesen zu müssen.

Sie sind nun einmal keine Ratten der Lüfte (ein Unsinn, der von Prof. Steiniger von der Tierärztlichen Hochschule Hannover 1968 in einem Stern-Interview

 
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