Tierschutz in Wien
 
 

Ratten

Wanderratten und Hausratten haben als Schädlinge und Krankheitsüberträger weltweit Bedeutung.
Ratten
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Ratten sind Nagetiere und umfassen 65 unterschiedliche Arten, von denen zwei in Mitteleuropa große Bedeutung erlangt haben: Die schon ziemlich dezimierte Hausratte und die weit verbreitete Wanderratte. Die als Heimtiere beliebten domestizierten Farbratten und die Laborratten sind Abkömmlinge der Wanderratte.

Die Wanderratte


Bildquelle: : www.kammerjaeger.de

ist eine große, bis 50 cm lange (davon 22 cm Schwanzlänge), kräftig gebaute Ratte mit eckigem Schädel, stumpfer Schnauze und einem dicken, schuppigen Schwanz. Ihre Färbung variiert von weiß bis braun und schwarz. Die Männchen sind deutlicher schwerer als die Weibchen (300-500 g ó 200-300 g). Die ursprüngliche Heimat liegt nördlichen Ostasien. Die Ausbreitung nach Europa erfolgte im 18. Jahrhundert, wahrscheinlich über Russland; die weltweite Verbreitung überwiegend per Schiff.

War die Urform der Wanderrate in Wäldern und buschreichem Gelände beheimatet, so beschränkt sie nun ihren Lebensraum als Kulturfolger auf den menschlichen Siedlungsbereich (Abwasserkanäle, Mülldeponien, Keller, Lagerhäuser, Ställe, Bauernhöfe, sehr oft in Wassernähe). Sie ist ein Allesfresser, bevorzugt aber pflanzliche Nahrung. Sie kann gut schwimmen, tauchen und klettern. Wenn sie sich fortbewegt, tut sie dies meist entlang von Wänden, zu denen sie seitlich mit den Tasthaaren Kontakt haltet.

Sie legt Erdbaue an mit mindestens zwei Eingängen und einen Wohnkessel sowie häufig auch Vorratskammern; in Gebäuden nistet sie in Verstecken und Nischen.

Nach einer Tragzeit von 22–24 Tagen wirft das Muttertier meist 4–8 Junge und säugt sie ca. 40 Tage lang. Mit drei bis vier Monaten sind die Jungen geschlechtsreif. Durch die Lebenserwartung von ca. drei Jahren und 12 Würfen pro Jahr ergibt sich die enorme Reproduktionsfähigkeit der Wanderratte.

 Wanderratten richten durch Fraß, Verschmutzung mit Kot und Urin an Nahrungsmitteln; durch die Zerstörung von Verpackungsmaterialien und Unterminierung von Gebäuden große Schäden an. Sie sind auch Krankheitsüberträger einiger für den Menschen gefährlicher Krankheiten.

Die Hausratte


Bildquelle: www.kammerjaeger.de

ist etwas kleiner als die Wanderratte, besitzt aber einen im Vergleich zur Körpergröße längeren Schwanz. Ihre Färbung ist meist dunkelbraun mit hellerem Bauch. Sie bewohnt in Gebäuden meist die oberen Stockwerke und Dachböden, wo sie auch ihre Nester baut. Die Hausratte hat ein hohes Wärmebedürfnis und bevorzugt daher im Gegensatz zur Wanderratte warme trockene Orte. Im Freien ist sie kaum anzutreffen.

Die Tragzeit beträgt 21 Tage. Das Weibchen wirft mehrmals jährlich bis zu 8 Junge. Die Hausratte war über den Rattenfloh die Überträgerin der Pest in Mitteleuropa. (Die Wanderratte kam erst im 18. Jahrhundert nach Europa.)

Die Hausratte ist schon so stark dezimiert und von der Wanderratte verdrängt worden, dass sie in einzelnen Bundesländern Deutschlands unter Naturschutz gestellt wurde.

Ratten sind Krankheitsüberträger

Sie dienen einerseits als Reservoir von Krankheitserregern, ohne selbst zu erkranken und sind andererseits gleichzeitig Verschlepper oder Überträger von Krankheitserregern.

Ratten können etwa 120 Infektionskrankheiten übertragen. Beispielhaft seien nur einige davon genannt: SARS, Akutes Nierenversagen durch Hantavirusinfektion, Typhus, Paratyphus, Leptospirose, Tularämie, Toxoplasmose, Trichinose, Ruhr, Cholera und Pest, aber auch Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche, Schweinepest und Geflügelpest.

Rattenbekämpfung

Die Rattenbekämpfung ist eine unbedingt erforderliche Maßnahme im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens. Da die schlauen Tiere nur einen schwachen Artgenossen an Lebend- oder Schlagfallen angebrachte Köder probieren lassen, können durch Fallen nur einzelne Tiere gefangen werden. Umso wichtiger ist eine professionelle systemische Rattenbekämpfung durch einen autorisierten Schädlingsbekämpfer. Als Wirkstoffe werden speziell mit blutgerinnungshemmenden Substanzen präparierte Köder verwendet, die bei dauerhafter Anwendung eine wirksame, aber dennoch schmerzfreie Bekämpfung garantieren.

 

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Bisherige Meinungen zu diesem Artikel

Julia am 17.09.2011, 09:37h
Wie funktioniert denn bitte eine "schmerzfreie Bekämpfung", wenn die Ratten doch blutgerinnungshemmende Substanzen bekommen und daran auch sterben?
Peter Maier am 16.09.2011, 03:23h
Wenn Sie der Meinung sind, Rattengift würde zu einem schmerzfreien Tod führen, zeigt das nur Ihre fehlende Kompetenz. Übrigens, zum Thema Krankheitsüberträger: die überwiegende Anzahl aller ansteckenden Krankheiten wird durch den Menschen übertragen.
 
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