
Frühlingsgefühle

So wie alle Jahre wieder die Natur nach jedem Winter zu neuem Leben erwacht, so erblüht auch die
Fortpflanzungsfreudigkeit unserer Haustiere ganz besonders in der Frühlingszeit.
Die Tagesintervalle werden wieder länger, die Sonne scheint stärker und öfter.
Dadurch werden Hormonhaushalt aktiviert und Fortpflanzungstätigkeiten stimuliert.
Während Katzen, die sich im Freien aufhalten (sogenannte Freigänger) durch vorbeugende Eingriffe, z. B. die Kastration der weiblichen Katze (Ovariohysterektomie) () - geregelt nach Tierschutzrichtlinien - daran gehindert werden, sich ungewünscht zu vermehren - so ist die Vorbeugung einer ungewollten Trächtigkeit beim Hund dem/-r TierhalterIn allein überlassen.
Möglichkeiten der Trächtigkeitsvorbeugung
Dennoch sollte der/die TierhalterIn auch daran denken, dass es auch bei der Haushündin die Möglichkeit gibt , erst gar nicht in unerwünschte Nachwuchssituationen zugelangen. Die operative und daher endgültige Form der Trächtigkeitsverhütung als sogenannte Kastration der Hündin hat sich sehr bewährt. Hierzu sollte sich der/die HündinnenhalterIn den Rat seines/-r Tierarztes/-ärztin einholen, um Vor- wie Nachteile im Detail maßgeschneidert für den Liebling genau erläutern zu lassen.
Die Unterdrückung der Läufigkeit und damit der Empfängnismöglichkeit mittels Medikamenten wäre noch eine Alternative und ist als tierärztlich verschreibungspflichtige Anwendung ebenso mit der betreuenden Tierarztpraxis zu besprechen.
Hier ist in jedem Fall der Rat des/-r Tierarztes/-ärztin - speziell zu jedem Individuum einzuholen und dann eine Entscheidung zu treffen.
Nicht immer werden die Hündinnen kastriert, umso öfter kommt es, für HundebesitzerInnen doch sehr überraschend und manches Mal recht unerwünscht, zu einer Trächtigkeit.
Doch wie sich davor schützen? Wie reagieren, wenn " es passiert ist"?
Um Hundenachwuchs zu vermeiden, sollte der/die HundefreundIn Grundsätzliches beachten:
Einige Rassen und - natürliche wie pathologische, individuelle - Abweichungen ausgenommen werden Haushündinnen 2 x im Jahr "läufig", auch hitzig genannt, das bedeutet in dieser Zeit können sie mit einem Rüden den Deckakt vollziehen und trächtig werden.
Wenn der/die HündInnenhalterIn dies gezielt zu vermeiden sucht, sollte er seiner Hündin vor allem strengsten Leinenzwang verordnen.
In der sogenannten "Stehzeit", das ist jene Zeit in die eine empfängnisbereite Phase von 2 Tagen der Hündin fällt,- wird nämlich der Fortpflanzungstrieb jeder noch so brav und wohlerzogenen Hundefrau aktiviert und sie versucht sich - auch von sich aus - einem Rüden anzubieten.
Ausbrechen, über Zäune zu springen und weite Strecken zurückzulegen sind keine Seltenheit.
So ist das erste, durchschnittlich 10 Tage dauernde Läufigkeitsintervall, in der Regel begleitet von dunkelrotem Ausfluss, weniger gefährlich, da die Hündin den Rüden meist wegzubeißen versucht.
Erst in besagter Stehzeit nach 7-10 Tagen folgt die kritische Begattungszeit. Solange die Hunde beim Liebesspiel herumbalgen und in Bewegung sind, hat der Hundehalter Zeit einzugreifen. Auch wenn der Rüde bereits aufreiten sollte, ist es noch immer nicht zu spät. Erst wenn er um 180 Grad um die Hündin "umsteigt" und mit ihr dann Hinterteil an Hinterteil gerichtet steht, ist es für jedes Eingreifen zu spät. Die Hunde dürfen nun nicht mehr auseinandergebracht werden, da es sonst zu schweren Verletzungen kommen kann. Keinesfalls Gewalt- oder Schocktherapien, wie mit kaltem Wasser anspritzen anwenden - jetzt gilt es abzuwarten, bis sich die Tiere wieder von alleine lösen und sich jeder Hund frei bewegen kann. Diese Situation dauert in etwa gute 40 Minuten.
Der/die so überraschte HündInnenbesitzerIn kann nun erst einmal zur Ruhe kommen und mit seiner Hündin eine Tierarztpraxis aufsuchen und dort Rat und Tat zur Trächtigkeitsverhütung einholen.
Früher gab es neben der Kastration nur die medikamentelle Möglichkeit die ersten Tage eine "Antiwelpenspritze" anzuwenden, mittlerweile gibt es ein sehr gut wirksames Präparat auf dem Tierarzneimittelmarkt, das bis zum 22. Tag nach Deckakt ohne Nebenwirkungen problemlos anwendbar ist. In jedem Fall sollten Sie als verantwortungsbewusste/-r BesitzerIn einer Hündin die Möglichkeit einer Trächtigkeit nicht dem Zufall überlassen. Denn: Wenn dem natürlichen Fortpflanzungsgeschehen nicht tierärztlich ein Riegel vorgeschoben wird, holt uns das Problem alle halben Jahre wieder ein.
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