
Frettchen - Der Marder im Haus

Das Frettchen gehört zur Familie der Marder seine nächsten Wildtierverwandten sind die Iltisse. Es handelt sich also um eine domestizierte Form des Wildiltis oder auch des Waldiltis.
In der Vergangenheit wurden Frettchen für die Jagd auf Mäuse und Kaninchen eingesetzt. Diese Form des Jagens wurde als "Frettieren" bezeichnet.
Aussehen
Männliche Tiere, sie werden als Rüden bezeichnet, können bis zu 80 cm Körperlänge aufweisen, wovon jedoch bis zu 20 cm auf den Schwanz entfallen. Weibliche Tiere, sie heißen Fähen, bleiben etwas kleiner und werden bis zu 60 cm lang. Das Körpergewicht beträgt etwa 600 bis 2.000 Gramm, wobei die Unterschiede zwischen Sommer und Winter deutlich sein können.
Es wurden bei den Frettchen unterschiedliche Farbschläge gezüchtet, von der ursprünglichen Wildfarbe bis zu weißen Tieren, Albinos; Rassen gibt es jedoch nicht.
Die Lebenserwartung für Frettchen beträgt sieben bis zehn Jahre.
Haltung
Frettchen leben polygam, das bedeutet, dass ein Rüde bereit ist sich mit mehreren Weibchen zu paaren. Die Einzelhaltung von Frettchen ist somit unbedingt abzulehnen.
Frettchen sind tagsüber meist schläfrig und träge und während der Nacht aktiv. Sie sind allgemein sehr neugierig und verspielt und untersuchen in ihrem Revier alles in das sie hineinschlüpfen können, sie lieben daher Röhren und auch Taschen und brauchen sehr viel Abwechslung.
Ein tiergerechter Frettchenkäfig ist im Fachhandel oftmals sehr schwer zu bekommen. Nach den Bestimmungen der 2. Tierhaltungsverordnung muss der Käfig für jedes Tier eine nutzbare Grundfläche von mindestens 2 m² besitzen, für jedes weitere Tier mindestens 0,5 m² dazu. Die Nutzfläche soll über zwei- oder drei Etagen verteilt sein, als Mindesthöhe des Käfigs wird 60 cm je Etage angegeben.
Frettchen benötigen in ihrem Käfig unbedingt Schlafkistchen, Spiel- und Versteckmöglichkeiten sowie eine Stelle zum Graben von mindestens 0,3 m².
Die angeführten Käfigmaße sind absolute Mindestgrößen, die Tiere müssen daher auf jeden Fall auch noch täglich über längere Zeit die Möglichkeit erhalten sich außerhalb des Käfigs frei zu bewegen.
Frettchen können auch in einem Außenkäfig gehalten werden, dieser muss dann für ein bis zwei Tiere mindestens 10 m² groß sein. Für jedes weitere Tier ist dann eine Grundfläche von mindestens 2,5 m² hinzuzurechnen.
Natürlich müssen diese Außengehege überdacht und beschattet sein. Eine ausreichende Zahl von gut isolierten Schlafboxen ist unerlässlich. Zur guten Ausstattung gehören natürlich auch Kletter- und Versteckmöglichkeiten sowie wiederum ein Gelegenheit zum Graben.
Frettchen sind als Marderartige als Raubtiere einzustufen und verfügen auch über einen arttypischen, deutlichen Eigengeruch. Die operative Entfernung der Geruchsdrüsen ist natürlich verboten und als Tierquälerei zu betrachten.
Ernährung
Frettchen sind Fleischfresser, sie haben als anatomische Besonderheit keine Blinddärme und verfügen überhaupt über einen sehr kurzen Magen-Darm-Trakt. Das bedeutet, dass sie unfähig sind zellulosehaltige Nahrung zu verdauen und außerdem durchläuft die Nahrung binnen 3 bis 4 Stunden den gesamten Verdauungstrakt.
Frettchen benötigen daher sehr spezielles Futter, das im Handel als Nass- und Trockenfutter erhältlich ist. Das Futter soll auch 80 Prozent Fleisch und 20 Prozent pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Sie benötigen eine tägliche Ration rund 150 bis 200 Gramm.
Normales Katzen- oder Hundedosenfutter ist für Frettchen auf Dauer ungeeignet.
Reisen
Werden Frettchen bei der Urlaubsreise mitgenommen, so gelten für sie im Grunde die gleichen Bestimmungen wie für Hunde oder Katzen. Es muss ein Heimtierausweis mitgeführt werden, in dem vom Tierarzt die gültige Tollwutimpfung eingetragen wird. Dazu werden Frettchen ebenfalls mit einem elektronischen Chip gekennzeichnet.
Die jeweils aktuellen Reisebestimmungen für die beliebtesten Urlaubsländer finden Sie unter "Reisen mit Heimtieren".
Tipps für den Freilauf
Da Frettchen sehr neugierig und lebhaft sind, ist es notwendig alle Gefahrenquellen im Haushalt zu beseitigen. Keine Schublade und keine Ritze ist vor ihnen sicher.
Sie werden jedoch, wenn man sich mit Ihnen intensiv beschäftigt, sehr zutraulich und lieben es spielerisch beschäftigt zu werden.
Domestizierte Frettchen sind als Heimtiere anzusehen und haben auf Grund ihrer geringen Erfahrung und des nicht mehr natürlichen Jagdinstinktes in der Regel keine Überlebenschance in der freien Wildbahn. Frettchen dürfen daher auf keinen Fall ausgesetzt und wieder ausgewildert werden.
Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline des Veterinäramts Wien unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.
Foto: wikipedia
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