
Fledermäuse in Wien

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Lebensart und Einzigartigkeiten
Alle heimischen Arten ernähren sich von Insekten und z. B. Spinnen. Weltweit gibt es Fledermausarten, die Wirbeltiere wie Kleinsäuger, Frösche, Reptilien, Vögel, andere Fledermäuse oder Fische erbeuten. Andere Arten ernähren sich hauptsächlich vegetarisch von Früchten, Blüten, Nektar, Pollen und auch Blättern. Von Blut ernähren sich nur 3 Arten in Mittel- und Südamerika. Das auffälligste Merkmal der Fledermäuse ist sicher die Flugmembran die sie zum aktiven Fliegen befähigt. Viele Arten haben Nasenblätter oder andere Gesichtsstrukturen, die zum Aussenden oder Verstärken der Ultraschallaute dienen. Die Ohren, die bei manchen Arten stark vergrößert sind, sind oft mit Rillen oder Furchen versehen, darüber hinaus haben sie einen Ohrdeckel, der der Verbesserung der Echoortung dient. Fledermäuse können schwarz-weiß und einige Arten auch UV-Licht sehen, das von einigen Blüten verstärkt reflektiert wird, die sie dann zur Nektaraufnahme anfliegen. Zusätzlich verfügen Fledermäuse über einen Magnetsinn. Bei Langstreckenflügen orientieren sie sich an den Linien des Erdmagnetfeldes, ähnlich wie Zugvögel und viele andere Tierarten. Es gibt Hinweise darauf, dass der Magnetsinn durch Magnetit (Magneteisenstein) entsteht. Fledermäuse sind in der Regel nachtaktive Tiere. Zum Schlafen ziehen sie sich in Höhlen, Felsspalten, Baumhöhlen oder menschengemachte Unterschlupfe (Dachböden, Ruinen, Minen und andere) zurück. In Wien bieten die vielen Altbauten sowie denkmalgeschütze Gebäude wie der Stephansdom, zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Die Fledermäuse Europas sind zudem Winterschläfer und entsprechend während des Winters abhängig von Unterschlupfmöglichkeiten.
Übertragung von Krankheiten
Fledermäuse können den Menschen und andere Tiere gefährden, da sie durch ihre Bisse und Kot verschiedene Krankheiten übertragen können. Dies kommt allerdings sehr selten vor. Die Fledermaustollwut – welche nicht mit dem Fuchstollwutvirus identisch ist – wird ausgelöst vom Europäischen Fledermaustollwutvirus (European Bat Lyssavirus, EBLV, Typ I u. II). Bis in die Achziger Jahre wurden in Europa nur sehr wenige infizierte Fledermäuse gefunden. Seitdem hat sich die Fledermaustollwut stark ausgebreitet. Zwei Drittel aller tollwütigen Fledermäuse wurden in Dänemark und Holland registriert. In Österreich gibt es bis dato keinen registrierten Fall von Fledermaustollwut. Seien Sie trotzdem vorsichtig im Umgang mit Fledermäusen. Ein Biss kann, wenn er schon keine unangenehmeren Folgen nach sich zieht, zumindest sehr schmerzhaft sein.
Eine Fledermaus hängt bei mir herum
Immer wieder stoßen wir in unseren Dachböden, in Lüftungsschächten oder auch an Hausfassaden auf Fledermäuse. Was ist zu tun? Typischer Zustand im Herbst: Die Tiere stellen sich auf den Winterschlaf ein, jagen noch, sind auch sehr wohl aktiv, ruhen aber auch viel. Manchmal kommt es vor, dass sich Fledermäuse außen ans Fenster hängen. Achtung: Wenn dieses geöffnet wird und die Maus wird übersehen, kommt es zu Knochenbrüchen bei den Tieren. Ist der Platz gut gewählt (witterungsgeschützt), dann bitte hängen lassen. Ein Tier kann bis zu 10 Tagen dort hängen. Auch wenn Sie Fledermäuse am Dachboden haben: Bitte lassen die Tiere ihren Winterschlaf halten. Im Frühjahr kann mit entsprechenden Sanierungsarbeiten begonnen werden.
Die Fledermaus im Zimmer
Es kommt, gerade im Sommer wenn nachts die Fenster geöffnet bleiben, immer wieder vor, dass sich eine Fledermaus ins Zimmer „verfliegt“. Bitte bewahren Sie Ruhe und schlagen Sie nicht auf das Tier ein. Sie wird dann nur wild im Zimmer herumflattern und sich hinter einem Möbelstück verstecken. Außerdem kann es natürlich zu schweren Verletzungen, bei diesen zarten Tieren führen. Lassen Sie das Fenster offen, schalten Sie das Licht ab und verlassen Sie, wenn möglich, den Raum. Spätestens am nächsten Morgen ist die Fledermaus in der Regel verschwunden.
Flugunfähige Fledermäuse
Wenn Sie eine am Boden sitzende Fledermaus finden und diese nicht mehr fliegen kann ist sie meist ausgestresst, verhungert oder verletzt. Prellungen und auch Brüche sind oft oberflächlich nicht zu erkennen. Bitte bringen Sie so ein Findelkind zu einem erfahrenen Betreuer.
Ich habe ein ganz kleines Fledermausbaby gefunden
Hier kommt es oft zu Missverständnissen. Babies gibt es nur im Juni und Juli. Zwergfledermäuse haben dagegen nur eine Körperlänge von 2 cm und wiegen rund 5 g. Das Tier kann ein erwachsener Mann von 12 Jahren sein! Bitte keine Milch verabreichen und die Fledermaus zu einem erfahrenen Betreuer bringen.
Die Fledermaus will nicht fressen
Wenn Sie eine Fledermaus selbst „hochpäppeln“ wollen, erkundigen Sie sich bei jemandem der Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren hat, denn Fledermauspflege ist aufwendig und anspruchsvoll. Bei der Fledermausfütterung gibt es allerdings einige Tricks: Da Fledermäuse Flugjäger sind, verstehen Sie nicht, dass Futter auch am Boden liegen kann. Bis die Tiere gelernt haben zu fressen, kann man sie handfüttern: Die Fledermaus in einer Hand, einen geköpfter Mehlwurm oder Zophobas (je nach Größer der Fledermaus) in der anderen Hand kann man die Innereien in das offene (drohende) Maul tropfen. Mit viel Glück schnappt das Tier nach dem Insekt und zerkaut den Chitinpanzer. Fledermäuse müssen erst lernen, aus der Schüssel zu fressen. Bitte nicht extrem zum Fressen zwingen und vor allem immer wieder zu Füttern versuchen. Lassen Sie die Tiere keinesfalls hungern. Im Zweifelsfall die Fledermaus lieber doch in professionelle Obhut geben.
Wie lasse ich die Fledermaus aus
Wenn Sie Starthilfe geben wollen, gilt es einige Dinge zu beachten: Beginnen Sie Flugversuche immer vor der Dämmerung, damit Sie das Tier noch sehen können. Ca. 10 Minuten lang „sekkieren“ - niemals „in die Luft werfen“!!!! Eventuell kann es hilfreich sein, Wasser aus der Pipette zu verabreichen - „gegossene“ Tiere werden sehr schnell munter. Bewaffnen Sie sich mit einem Tuch - sollte die Maus abstürzen, dann schnell hinterherlaufen und mit dem Tuch nehmen - Fledermäuse, die am Boden laufen reagieren unwirsch auf menschliche Hände Wichtig: Bleiben Sie auf jeden Fall dabei! Die Auskunft: „Hängen Sie die Fledermaus in einen Baum, dann fliegt Sie schon weg“ ist schlichtweg falsch.
Zusammenfassend
kann gesagt werden, dass verletze oder sonst wie hilfsbedürftige Fledermäuse bei einem professionellen Betreuer am besten aufgehoben sind. In Wien wenden Sie sich in so einem Fall bitte an die Veterinärmedizinische Universität Wien im 21. Wiener Gemeinde Bezirk. Dort gibt es Spezialisten für die Betreuung und Pflege von Fledermäusen und die Tiere werden rund um die Uhr aufgenommen. Bei Fragen im Umgang mit gefundenen Fledermäusen, können Sie sich selbstverständlich auch an die Tierschutz-Helpline der MA 60 – Veterinäramt & Tierschutz wenden, Telefon Nummer: (01) 4000-8060.
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Bisherige Meinungen zu diesem Artikel
Doris Brunner am 07.09.2011, 10:15hin meinen schlafzimmer war einige tage lang eine fledermaus es ist uns jetzt gelungen das tier wieder ins freie zu geben !! möchte nur wissen ob ich jetzt irgentwelche reinigung vornehmen muss wegen krankheiten ?? baby schläft manchmal bei uns ! Mann hat immer kopfjucken ! kann das von den tier sein ??
