Tierschutz in Wien
 
 

Die Kornnatter – eine prächtige Erscheinung im Terrarium

Wer zum ersten Mal überlegt, in die Terraristik einzusteigen, kommt an der Kornatter nicht vorbei. Diese oft gehaltene Schlange zeigt sich in unterschiedlichsten, zum Teil spektakulären Farbvarianten – in ihrer Haltung stellt sie jedoch verhältnismäßig geringe Ansprüche.
Die Kornnatter – eine prächtige Erscheinung im Terrarium
© R.Fesser

Herkunft und Lebensweise

Die Kornnatter (Pantherophis guttatus, früher Elaphe guttata) stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika, wo sie von Mexiko/Florida bis in die Höhe von New York vorkommt. Ihren Namen soll sie einerseits von ihrem bevorzugten Vorkommen in Kornfeldern und Kornspeichern – dem Lebensraum der Mäuse, ihrer Beutetiere, - haben, eine andere Theorie besagt, dass ihre gewürfelte Bauchzeichnung einem Maiskolben ähnlich sieht. Neben Mäusen gehören andere Kleinnager, kleine Reptilien und Vögel zu ihrem Beutespektrum, sie jagt bevorzugt in der Dämmerung. Die Kornnatter wird etwa 1,20 m (max. etwa 1,40 m) lang. Bereits in der Natur weist sie einige Farbvarianten auf – Terrarianer haben daraus bis heute unzählige weitere Farbschläge herausgezüchtet. Die im Handel erhältlichen Tiere sind heute durchwegs gezüchtete Tiere, die Haltung dieser Tiere ist daher im Hinblick auf den Artenschutz unproblematisch.

Haltung in Gefangenschaft

Kornnattern gelten als Reptilien, die relativ einfach zu halten und daher für Anfänger geeignet sind. Dennoch sollte man sich vor der Anschaffung mit der Fachliteratur auseinandersetzen und erfahrene Halter in Reptilienvereinen oder im Zoofachhandel befragen.

Ein bis zwei erwachsene Kornnattern benötigen ein Terrarium mit einer (gesetzlich festgelegten) Mindestgrundfläche von 0,9 m² und einer Mindesthöhe von 0,6 m. Auch wenn Jungtiere ihrer Größe entsprechend kleinere Becken benötigen, ist dieser Platz in der Wohnung von vornherein einzuplanen, da die Tiere relativ schnell wachsen. Das ist auch der Grund, warum diese Tiere nicht nur zu den meistgehaltenen Reptilien, sondern auch zu meistausgesetzten Reptilien zählen. Gute Tierhalter planen daher auch in die Zukunft – neben dem Platzbedarf muss man auch mit den Folgekosten für Anschaffung der größeren Becken, aber auch mit den laufenden Kosten für Strom, Lampen etc. rechnen. Eine Kornnatter kann bis zu 20 Jahre alt werden – die Anschaffung sollte also nicht unüberlegt gemacht werden.

Tagsüber ist eine Temperatur von 24 – 28°C einzuhalten, dazu muss ein Wärmeplatz (Spot) von etwa 35°C angeboten werden. In der Nacht ist die Temperatur auf etwa 18 – 22°C abzusenken. In den Jahresablauf ist eine Ruheperiode von 2 – 5 Monaten bei 8 – 15° C einzuplanen. Die Einrichtung des Terrariums ergibt sich aus der Lebensweise: Versteckplätze, ein Wasserbecken sowie einfache Klettergelegenheiten sind anzubieten. Bei der Gestaltung sind wiederum Fachvereine und Zoofachhändler kompetente Berater. Als Bodengrund eignet sich ein zu einem kleinen Teil angefeuchtetes Torf – Sand - Gemisch oder Erde – die Tiere neigen dazu, sich einzugraben, daher sollte der Bodengrund wie auch die übrige Einrichtung verletzungssicher sein (keinen scharfkantigen Sand verwenden).

Fütterung

Die Fütterung in Gefangenschaft erfolgt je nach Größe im wesentlichen mit Mäusen, Ratten und Küken. Die Futtertiere können lebend, frischtot oder aufgetaut angeboten werden. Bitte unbedingt beim Erwerb der Schlange die bisherigen Fressgewohnheiten und die Art der Verabreichung erfragen!

Grundsätzliches: ·

Die Schlange sollte aus vertrauenswürdiger Quelle stammen – also von jemandem, der für eventuelle Gewährleistungsansprüche und Beratung nach dem Kauf jederzeit zur Verfügung steht. ·

Klima im Terrarium ständig kontrollieren (am besten durch fix montierte Thermo – und Hygrometer). Alle Lebensvorgänge der Schlangen sind abhängig vom Klima, z.B. funktioniert die Verdauung bei zu kühlen Temperaturen nicht! ·

Im Terrarium müssen Bereiche unterschiedliche Temperaturabstufung vorhanden sei, so dass die Tiere je nach ihrem Befinden wählen können. ·

Bitte unbedingt darauf achten, dass die Tiere nicht zu den Lichtquellen gelangen können – es besteht Verbrennungsgefahr! Schlangen besitzen keine Sinneszellen in der Haut, die sie vor Hitze warnen!

Bitte auf Hygiene achten und das Terrarium auch unter dem Gesichtspunkt einer einfachen Reinigung gestalten. ·

Das Terrarium muss ausbruchssicher sein – Nattern können durch kleinste Ritzen schlüpfen!

Meldepflicht

Kornnattern sind wie alle Reptilien in Österreich nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes meldepflichtig, in Wien ist die dafür bestimmte Behörde die MA 60 – Veterinäramt & Tierschutz. Es genügt dafür eine Meldung schriftlich mit Brief oder E-Mail in dem die Art und Anzahl der gehaltenen Tiere sowie Name und Adresse der Tierhalterin oder des Tierhalters mitgeteilt werden. Die Meldung ist kostenfrei, weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der Tierschutz-Helpline unter der Telefon Nummer (01) 4000-8060.

 

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