
Die Bartagame - ideal für Anfänger?

Die Bartagamen stammen aus den trockenen Regionen Australiens und sind somit ihrer Natur nach für ein Leben in heißen, trockenen Bereichen ausgestattet. Dem entsprechend benötigen sie ein Terrarium, in welchem dieser Lebensraum möglichst genau imitiert wird.
Lebensraum Terrarium
Am häufigsten werden bei uns Pogona barbata (Östliche Bartagame) und Pogona vitticeps (Streifenkopf-Bartagame) gehalten.
Pogona barbata wird insgesamt bis etwa 70 cm lang, Pogona vitticeps etwa bis 55 cm. Für die Haltung beider Arten ist nach den Bestimmungen des Österreichischen Tierschutzgesetzes ein Terrarium mit den Mindestmaßen von 1m x 80 cm Grundfläche für bis zu zwei erwachsene Tiere erforderlich. Die Beckenhöhe soll mindestens 40cm betragen.
Diese Angaben sind ausdrücklich als Mindestanforderungen zu sehen - erfahrene BartagamenhalterInnen wissen, dass sich die Tiere in größeren Becken umso wohler fühlen und auch das Beobachten der Tiere noch interessanter ist.
An Ausstattung ist zunächst ausreichend Sand - Lehm - Gemisch als Bodengrund erforderlich, damit die Tiere auch graben können. Eingerichtet wird das Terrarium mit Steinen, Ästen oder Wurzeln, so dass Versteckplätze und Sichtschutzbereiche für die Tiere untereinander entstehen. Ebenso wichtig sind auch erhöhte Aussichts - bzw. Sonnenplätze.
Licht und Wärme
Damit ist auch schon die Beleuchtung und Beheizung angesprochen. Aufgrund ihrer Herkunft benötigen Bartagamen viel Licht. Die Lampen sollen eine hohe Lichtintensität aufweisen und die Farbtemperatur sollte dem Sonnenlicht möglichst entsprechen. Jedenfalls sollte UV - Bestrahlung täglich erfolgen. Die Beleuchtungsdauer sollte täglich zwischen 12 und 14 Stunden betragen.
Auch die Temperatur sollte den Herkunftsgebieten der Bartagame entsprechen. Im Terrarium müssen unbedingt mehrere Temperaturbereiche vorhanden sein, damit die Tiere auswählen können. Die Schaffung solcher unterschiedlicher Bereiche ist natürlich umso einfacher, je größer das Terrarium ist. Tagsüber sollte die Temperatur zwischen 25 und 33°C betragen und an den Sonnenplätzen sogar etwa 45°C aufweisen, in der Nacht zwischen 18 und 22°C. Spots und Lampen sind Heizmatten vorzuziehen, da auch in der Natur die Wärme von oben kommt. Im Fachhandel erhält man Information über geeignete Produkte. Besondere Sorgfalt sollte der sicheren Montage der Wärme- und Beleuchtungsquellen zukommen, damit die Tiere ihnen nicht zu nahe kommen können und sich daran Verbrennungen zuziehen.
Ein paar Worte zur Fütterung
Obwohl Bartagamen als Bewohner trockener Regionen im Allgemeinen nicht viel trinken, muss ständig ein Trinkgefäß mit sauberem, frischem Wasser zur Verfügung stehen.
Was die Fütterung betrifft, sind Bartagamen Gemischtköstler - sie fressen pflanzliche und tierische Nahrung. Bei Jungtieren überwiegt der tierische Anteil, während sich erwachsene Tiere zu etwa 80% von Pflanzen ernähren. Dies muss natürlich bei der Fütterung berücksichtigt werden. An pflanzlicher Kost erhalten die Tiere nitratarme grüne Salate, Wiesenkräuter wie Löwenzahn oder Vogelmiere , und wenn überhaupt, nur ganz wenig Obst.
Als Futtertiere werden Heimchen, Grillen, Mehlwürmer, Schaben, Wachsmottenlarven oder Zophobas verfüttert.
Zusätzlich soll regelmäßig ein geeignetes Vitamin - Mineralstoff - Ergänzungspräparat zum Futter gegeben werden.
Was noch wichtig ist
Zu beachten ist, dass Bartagamen - wie auch in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet - eine etwa zweimonatige Winterruhe einhalten sollen. In dieser Zeit wird die Beleuchtungsdauer auf 6 - 8 Stunden täglich verkürzt und die Temperatur im Terrarium auf etwa 15 - 20°C abgesenkt.
Weiters muss vor der Anschaffung unbedingt bedacht werden, dass die Tiere sehr territorial sind. Es darf daher pro Terrarium nur ein erwachsenes Männchen gehalten werden.
Wichtig zu wissen ist auch, dass diese Tiere bei sorgfältiger Haltung etwa 15 Jahre alt werden. Es handelt sich daher nicht um eine kurzfristige Anschaffung, sondern man muss für diese lange Zeit bereit sein, den Platz, die Energie - und Futterkosten sowie die Zeit für die tägliche Betreuung aufzuwenden.
Bitte nehmen Sie Abstand von unüberlegten Spontankäufen, z.B. auf Reptilienbörsen. Lassen Sie sich in der Zoofachhandlung Ihres Vertrauens in Ruhe beraten und entscheiden Sie erst dann, ob diese Echse das geeignete Heimtier für Sie sein kann bzw, ob Sie das Tier gut halten können. Vergewissern Sie sich, dass Sie nur gesunde Tiere aus seriöser Herkunft erwerben.
Obwohl diese Tiere relativ zahm werden können, handelt es sich keinesfalls um Streicheltiere! Sie sollten nur aus dem Terrarium herausgenommen werden, wenn es unbedingt erforderlich ist, da diese Manipulation für die Tiere großen Stress bedeutet.
Eltern sollten sie daher nur größeren Kindern zur Betreuung anvertrauen, die das auch akzeptieren können.
Bitte beachten Sie, dass die Haltung aller Reptilien meldepflichtig ist, da sie vom Tierschutzgesetz richtigerweise als Tiere mit besonderen Ansprüchen an Haltung und Pflege definiert sind. Für Wien nimmt diese Meldungen das Veterinäramt der Stadt Wien entgegen; nähere Auskünfte dazu erhalten Sie an der Tierschutz - Helpline unter 01/4000-8060.
Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline des Veterinäramts Wien unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.
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