Tierschutz in Wien
 
 

Der Fuchs - ein Kulturfolger in Wien

Füchse leben mit uns Menschen in der Großstadt - im Regelfall geht keine Gefahr von diesen Wildtieren aus.
Der Fuchs - ein Kulturfolger in Wien

Füchse zieht es seit Jahren immer mehr in die großstädtischen Wohngebiete, sie kommen heute in Wien regelmäßig in den Stadtrandbezirken vor, werden aber auch immer wieder in den inneren Bezirken gesichtet. Sie leben praktisch mit uns, sie sind, da sie sich auch an von Menschen bewohnte Lebensräume leicht anpassen können, die klassischen "Kulturfolger".
Zahlreiche Menschen empfinden den Anblick eines Fuchses als Bereicherung, sehr viele hingegen reagieren ängstlich. An der Tierschutz-Helpline des Veterinäramts Wien langen regelmäßig Anrufe besorgter BürgerInnen ein, die entweder Angst vor Tierseuchen, wie z.. B. Tollwut, haben oder die Sorge über Konfrontationen  mit Hunden oder Katzen äußern oder über Schäden im Garten berichten. Manchmal dringen Füchse auch in Häuser ein.

Der Fuchs - Aussehen und Ernährung

Der Fuchs gehört zur Familie der Hundeartigen (Canidae), sein Fell ist meist "fuchsrot", Bauch und Schwanzspitze sind weiß. Die Schnauze ist spitz, die Ohren sind dreieckig geformt und aufrecht stehend. Die Schulterhöhe beträgt bis zu 40 cm, die Kopf-Rumpflänge ca. 60 bis 90 cm, der buschige Schwanz ist bis zu 30 cm lang.
Das Nahrungsspektrum umfasst fast alles, er bevorzugt Mäuse, in der Stadt auch Ratten, kann sich aber auch von Insekten, Schnecken und Würmern ernähren, auch Vögel und ein Wildkaninchen werden nicht verschmäht. In Siedlungen fressen sie gerne Abfälle auch Fallobst und bedienen sich so in der Nähe von Häusern.

Der Fuchs ist also ein "Raubtier", er kommt in der Natur ziemlich überall auf der nördlichen Erdhalbkugel vor. Er lebt vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, gräbt unterirdische Bauten mit einem Röhrensytem in denen auch die Welpen zur Welt kommen.

Der Fuchs - eine Gefahr für Mensch und Tier?

Das Fuchsproblem tritt in nahezu allen Großstädten Europas auf. Füchse sind nicht aggressiv, sie besitzen eine natürliche Scheu und versuchen soweit möglich eine gewisse Fluchtdistanz einzuhalten. Im Allgemeinen gehen sie als Wildtiere dem Menschen aus dem Wege. Auch Hunde oder Katzen werden von Füchsen nicht attackiert. Leider werden Füchse immer wieder von gut meinenden Menschen angefüttert, so dass sie halb zahm werden und ihre Scheu verlieren. Dann können sie zudringlich und damit zum Problem werden.
Füchse sind Wildtiere und sollen es auch bleiben!

Der Fuchs - ein Krankheitsüberträger?

Der Fuchs ist vielen Menschen als Hauptüberträger der Tollwut bekannt. Der Großraum der Stadt Wien ist seit vielen Jahren frei von dieser Tierseuche, so dass die Gefahr einer Ansteckung sehr unwahrscheinlich geworden ist. Dennoch ist es angebracht, den engen Kontakt mit Wildtieren zu vermeiden, ein tot aufgefundener Fuchs soll nicht berührt werden. In diesem Fall verständigen Sie bitte das Veterinäramt Wien, so dass eine Abholung organisiert werden kann.

Häufig werden Füchse gemeldet, die abgemagert sind und ein sehr unschönes Haarkleid aufweisen. Diese Tiere leiden meist an der Fuchsräude, der Erreger dieser Krankheit sind Milben, die sich in die Haut der Tiere eingraben. Bei längerem Befall wirken die Füchse offensichtlich krank und könne sogar daran sterben. Für den Menschen stellt die Fuchsräude keine Gefahr dar. Hunde können sich bei intensivem Kontakt anstecken. Leider können erkrankte Wildtiere tierärztlich kaum behandelt werden, so dass man auch bei der Fuchsräude der Natur ihren Lauf lassen muss.

Häufig sind Füchse mit dem Fuchsbandwurm infiziert, der als Magen-Darm-Parasit im Tierkörper lebt. Der Mensch kann sich prinzipiell über mit dem Kot ausgeschiedene Bandwurmeier als "falscher Zwischenwirt" damit infizieren und erkranken. Die Gefahr einer Ansteckung ist jedoch sehr gering und wird nur selten - meist in Zusammenhang mit der Bejagung - beschrieben.

Maßnahmen gegen Füchse

Grundsätzlich ist es nicht einfach, Füchse von Grundstücken, Gärten und Häusern fernzuhalten. Auf der Suche nach Futter überklettern sie Zäune oder graben sich darunter durch.
Wichtig ist es mögliches Nahrungsquellen zu entfernen, Futterschüsseln für Hunde, Katzen, Igel und dergleichen nicht im freien stehen zu lassen und Mülltonnen gut verschlossen zu halten. Auch Komposthaufen können als Futterquelle dienen.
Das Grundstück sollte, um das Eindringen von Füchsen zu verhindern, mit einem dichten Zaum, der eine gemauertes Fundament besitzen sollte, umgeben sein. Bewährt hat sich auch, den Maschendrahtzaun ca. 30 bis 40 cm tief einzugraben und so das Unterschlüpfen zu verhindern.
Kleine Heimtiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen aber auch Geflügel sind in einem sicheren Gehege unterzubringen, während der Nacht müssen sie auf jeden Fall in einem sicheren Stall verwahrt werden.

Das Einfangen und Verbringen von Füchsen an andere Standorte hat sich nicht bewährt, da die auf diese Weise frei werdenden Reviere und unterirdische Bauten sofort wieder von nachfolgenden Füchsen besetzt werden.

Ansprechpartner bei Problemen mit Wildtieren

In den Wald- und Forstgebieten unserer Stadt gilt das Jagdrecht, daher sind das Forstamt, die Magistratsabteilung 49, sowie die Wiener Jäger für diese Gebiete zuständig. Sie haben die Aufgabe das Wild zu hegen aber auch zu bejagen.
In allen öffentlichen, dicht verbauten Gebieten der Stadt, die naturgemäß kein Jagdgebiet darstellen, ist das Veterinäramt Wien, die Magistratsabteilung 60, Ihr Ansprechpartner. Tot aufgefundene Füchse werden abgeholt und zur Untersuchung auf Tollwut weiter geleitet. Bei verletzten Tieren oder Füchsen, die sich in einer Zwangslage, wie z.. B. durch Abstürzen in eine Baugrube, befinden, kann eine Bergung mit tierärztlicher Hilfe organisiert werden.
Die AmtstierärztInnen an der Tierschutz-Helpline geben gerne Auskunft über  mögliche Schutzmaßnahmen im Bereich des Gartens und des Wohnortes. Ein Einfangen und Abholen von gesunden Füchsen wird jedoch aus den oben genannten Gründen nicht durchgeführt.

Ein Neben- und Miteinanderleben von Mensch und Fuchs ist auch in der Großstadt ohne allzu große Probleme möglich. 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline des Veterinäramts Wien unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.

Foto: www.wildpark.ch

 

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