Tierschutz in Wien
 
 

Der Dachs - als Gast im Garten

Wildtiere kommen immer häufiger in die Nähe der menschlichen Siedlungen, so sind auch Dachse zeitweise in unseren Gärten zu finden.
Der Dachs - als Gast im Garten
© APA

Der wichtigste Lebensraum der Dachse befindet sich im Wald oder in der Nähe des Waldes. Am Stadtrand, wo das Siedlungsgebiet in die Natur übergeht, dringen Dachse jedoch immer häufiger bis in den Bereich der Gärten vor. Wiederkehrende Meldungen an der Tierschutz-Helpline der MA 60 - Veterinäramt & Tierschutz bestätigen diese Behauptungen.

Der Dachs - Aussehen und Ernährung

Dachse gehören zoologisch innerhalb der Gattung der Raubtiere (Carnivora) zur Familie der Marder (Mustelidae) und sind somit in Mitteleuropa die größten Marder, ihre nächsten Verwandten sind Marder und Wiesel.

Dachse können mächtige Tiere werden, eine Kopf-Schwanz-Länge von 90 Zentimeter und ein Gewicht bis zu 15 Kilogramm sind nicht ungewöhnlich.
Mit der markanten schwarz-weiß Zeichnung im Gesicht, dem silbergrauen Fell an der Oberseite und dem schwarzen Pelz an der Bauchseite sind sie typisch und kaum mit einem anderen Tier zu verwechseln.

Vor allem in der Dämmerung werden sie aktiv und durchstreifen schnüffelnd und schmatzend das Gelände, sie fressen dabei ziemlich alles, was ihnen vor die Schnauze kommt. Der Dachs ist ein typischer Allesfresser, auf seinem Speiseplan stehen ebenso Pflanzen, Obst und Gemüse wie auch Würmer, Schnecken Mäuse, Eier und vieles mehr. Der überwiegende Teil der Mahlzeiten ist jedoch pflanzlicher Herkunft.

Dachsbauten

Die von den Dachsen selbst gegrabenen Bauten können sich zu mächtigen unterirdischen Burgen auswachsen. Ein Dachsbau besteht aus mehreren Kammern, die durch Gänge verbunden sind. Die Wohnkammern können mehrere Meter unter der Erde liegen und  werden mit trockenem Laub, Farnkraut oder Moos ausgepolstert.
In der Nähe der Dachsbauten finden sich zusätzlich so genannte Dachslatrinen, in die die Tiere hineinkoten. Dachsbauten werden häufig von mehreren Familien und über mehre Generationen hinweg benützt.

Der Dachs - eine Gefahr für Menschen?

In der Nähe der Großstadt hat der Dachs keine natürlichen Feinde. Durch das Fehlen von Wolf, Luchs und Bär stellt im Stadtgebiet vorwiegend der Autoverkehr ein Gefahrenmoment für diese Tiere dar.
Von Jänner bis Mai herrscht in Wien Schonzeit für diese Tiere, in dieser dürfen sie auch nicht bejagt werden.

Grundsätzlich ist der Dachs auch für die Infektion mit der Tollwut empfänglich. Der Großraum Wien ist jedoch seit vielen Jahren frei von dieser Tierseuche, so dass die Gefahr einer Ansteckung mit dieser auch für den Menschen gefährlichen Krankheit, praktisch ausgeschlossen werden kann.
Grundsätzlich sollen, um engen Kontakt zu vermeiden, tot aufgefundene Wildtiere nicht berührt werden. In diesem Fall verständigen Sie bitte das Veterinäramt, damit eine sichere Abholung organisiert werden kann.

Maßnahmen gegen Dachse im Garten

Dachse sind Allesfresser, daher haben menschliche Siedlungen auch eine große Attraktivität für Dachse als Futterquelle.
Diese Tiere treten vor allem in der Dämmerung auf und sind dann, nicht zuletzt wegen ihrer Größe, eine durchaus eindrucksvolle Erscheinung. Manche Menschen rufen um Hilfe, da sie sich vor diesen Tieren fürchten.
Als Wildtiere gehen sie aber instinktiv dem Menschen aus dem Wege, Angriffe sind nicht zu erwarten.

Durch ihren hervorragenden Geruchssinn finden sie natürlich alles, was den Speiseplan bereichern könnte. Daher empfiehlt es sich, kein Hunde- oder Katzenfutter oder andere Speisereste im Garten zu belassen.
Mülltonnen und Komposthaufen sollten gesichert und gut abgedeckt sein, da diese gerne durchwühlt werden. Keinesfalls sollten Fleischabfälle oder Knochen hineingeworfen werden.

In jedem Fall ist es angebracht, die Umzäunung des Grundstücks "dachssicher" zu gestalten. Das bedeutet ein festes gemauertes oder betoniertes Fundament, das auch ungefähr  50 Zentimeter in den Boden eingelassen werden sollte, um ein Untergraben und in der Folge das Verwüsten des Gartens zu verhindern.

Ein Hund, der regelmäßig im Garten markiert, oder ausgestreute Hundehaare tragen ebenfalls dazu bei, Dachse vom Garten fern zu halten. Generell bevorzugen sie Gärten, in denen sich selten Menschen aufhalten.

Machen wir uns aber dennoch bewusst, dass die Großstadt nicht nur Lebensraum für uns Menschen bietet, sondern auch für zahlreiche Wildtiere als so genannte "Kulturfolger".

 

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Bisherige Meinungen zu diesem Artikel

Doris Giefing am 15.02.2012, 18:17h
Habe heute morgen bei mir zu Hause in Klosterneuburg einen Dachs gesehen - denke der unterirdische Bau befindet sich im Nachbargarten. Kann der Dachs für meine Katze gefährlich werden od. meiden diese Tiere Katzen eher . In jedem Fall weiß ich nun warum meine Katze sich in letzter Zeit halb zu tode fürchtet,-) Ich find den Dachs toll , mach mir allerdings auch um meinen Stubentiger sorgen... Danke LG Doris Giefing
 
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