Tierschutz in Wien
 
 

Bienen in der Großstadt Wien

Auch in den Großstädten gibt es mehr Imker und Honigbienen als man vermuten würde. In Wien summen im Sommer gut 200 Millionen der fleißigen Nektarsammlerinnen umher. -
Bienen in der Großstadt Wien

In freier Natur gibt es in Österreich kaum mehr wilde Honigbienen. Da sie aufgrund ihrer Lebensweise nicht vollständig domestiziert werden können, wäre jedes Bienenvolk auch heute noch in der Lage, ohne Hilfe des Menschen weiterzuleben, fände es ausreichend Nahrung und Wohnraum. Im mitteleuropäischen Klimaraum braucht die Honigbiene gut isolierte Wohnhöhlen. Dies waren früher große hohle Baumstämme, die aber in unseren Kulturforsten nahezu vollständig verschwunden sind.

Das Zusammenleben

Dennoch gibt es zahlreiche Bienenvölker, weil der Mensch ihnen künstliche Nisthöhlen zur Verfügung stellt. Dieses Bereitstellen erfolgt nicht ohne Eigennutz. Der Mensch bekommt dafür die Produkte der Bienen - nämlich Honig, Wachs, Pollen, Gelée Royal, Propolis und für medizinische Zwecke Bienengift.

Der Honig

Bevor der Honig hergestellt werden kann, muss die Biene Nektar sammeln. Sie fliegt etwa 1.000 bis 1.500 Blüten an um ihren kleinen Honigmagen zu füllen. Für 1 kg Honig müssen 3 kg Nektar gesammelt werden und bis zu 20 Millionen Blüten besucht werden. Dabei legen die Bienen bis zu 150.000 km (fast 3 mal um die Erde) zurück. Ein Bienenvolk erzeugt 10 bis 25 kg Honig im Jahr.

Die Umwelt

Um den Honig und die anderen Produkte herstellen zu können braucht die Biene eine intakte giftfreie Umwelt. Diese Voraussetzung ist in der heutigen modernen Industrielandwirtschaft kaum noch gegeben. Im zeitigen Frühjahr gleicht unsere Landschaft noch einem Blütenmeer: Neben Schlehen und Obstbaumbeständen blühen auf den jauchegedüngten Wiesen reichlich Löwenzahn und Raps. Im späteren Frühjahr und Sommer ist aber unsere heutige Kulturlandschaft aufgrund veränderter moderner Bewirtschaftungsweisen nahezu blütenleer. Der Verlust an wildlebenden Blütenpflanzen ist enorm.

Die Stadt

Eine andere bessere Umwelt finden die Bienen erstaunlicherweise in der Großstadt. Hier besteht insbesondere durch die Park- und Straßenbäume ein beständiges Nahrungsangebot. Dies beginnt im zeitigen Frühjahr mit den Weiden entlang den Kanälen und Flüssen, setzt sich fort mit Spitz- und Bergahorn, Obstbäumen, Rosskastanie und Robinie. Haupttracht ist in vielen Städten die Linde, die in verschiedenen Arten über einen Monat lang blüht. Auf den Brachflächen bringt die Goldrute im Herbst noch einmal einen satten Ertrag.
Neben diesem reichlichen Nahrungsangebot bietet die Stadt den Bienen noch andere Vorteile: es ist länger warm als auf dem Land. Insektizide und andere Gifte werden kaum eingesetzt. Gentechnisch veränderte Pflanzen gibt es nicht.

Wien

Unser Wien bietet daher etwa 5.300 Bienenvölkern unter der Obhut von 450 Imkern einen gesunden Lebensraum.
Wer besonderes Interesse an den Bienen hat, für den stellt der Tiergarten Schönbrunn und das Naturhistorische Museum Schaustände bereit.
Wer sich auch über die Arbeit des Imkers informieren möchte, dem steht die Imkerschule im Donaupark (1220 Wien, Nähe Donauturm, - zu erreichen mit der U1, Station Alte Donau) gerne Rede und Antwort.
Wer selbst Imker werden möchte, kann in der Imkerschule den Anfängerkurs "Bienenzucht", der zweimal pro Jahr angeboten wird, besuchen.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail  oder rufen Sie die Tierschutz Helpline  des Veterinäramts Wien unter der Telefon Nummer (01) 4000 –8060.










 

 

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