Tierschutz in Wien
 
 

Biber sind in Wien wieder heimisch

Biber waren bereits ausgerottet und erobern jetzt den Lebensraum in der Stadt Wien wieder zurück.
Biber sind in Wien wieder heimisch
© Foto: MA 49

In Österreich wurde der letzte Biber im 19. Jahrhundert in den Donauauen erlegt. Zwischen 1976 und 1988 wurden rund 20 Biber in diesem Gebiet ausgesetzt. In den letzten Jahren konnte zusätzlich eine verstärkte Einwanderung aus Tschechien, Slowakei und Ungarn beobachtet werden. Derzeit wird der Bestand in Wien auf 180 - 200 Tiere geschätzt, österreichweit ungefähr 2.000 Exemplare.
Im Wiener Stadtgebiet kommen Biber nicht  nur im Nationalpark, sondern auch bereits am Donaukanal vor. So sind zwischen der Erdberger- und der Nussdorfer Lände immer wieder von Bibern gefällte Bäume zu sehen. Die renaturierten Ufer kommen den Schwimmern natürlich entgegen, so dass die Ansiedlung von Bibern als Zeichen der intakten Natur auch im Stadtgebiet gesehen werden kann.

Biber sind heute streng geschützt, das heißt dass sie nicht bejagt werden dürfen, außerdem muss ihr Lebensraum geschützt werden.

Aussehen und Ernährung

Biber gehören zoologisch zur Ordnung der Nagetiere, derzeit gibt es auf der Welt den Nordamerikanischen Biber und den Europäischen Biber. Letzterer weist eine Größe von etwa 60 - 80 cm auf, die amerikanische Form dagegen wird deutlich größer. Das Haarkleid ist braun und sehr dicht, durch eine regelmäßige Pflege durch das Tier mit einem fetthaltigen Sekret, dem so genannten Castoreum oder Bibergeil, ist es vor Nässe und Auskühlung geschützt.
Typisch ist der spindelförmige Körper und der breite abgeplattete Schwanz, der haarlos und mit einer lederartigen Haut bedeckt ist. Dieser Biberschwanz dient beim Schwimmen und Tauchen als Steuer, aber auch als Fettdepot. Beim Tauchen werden Nase und Ohren verschlossen, Biber können so bis zu 15 Minuten unter Wasser verbleiben.

Die Nagezähne der Biber sind sehr kräftig ausgebildet, so dass diese Tiere im Stande sind auch große Baumstämme durch Benagen zu fällen.
Die Ernährung des Bibers ist rein pflanzlich, es werden die meisten Pflanzenarten verzehrt, wie Kräuter, Gräser, Wasserpflanzen, Sträucher, Bäume. Von den gefällten Bäumen werden Zweige und Äste aber auch die Rinde gefressen. Da sie nicht klettern können, müssen die Bäume gefällt werden.

Lebensweise

Biber sind vor allem im Uferbereich von fließenden und stehenden Gewässern anzutreffen. Sie leben paarweise in Einehe. Das Revier für ein Elternpaar und deren Jungtiere erstreckt sich über bis zu 3 km Fließwasserstrecke. Im Uferbereich wird ein unterirdischer Biberbau mit einem Röhrensystem angelegt. Die Biberburg dagegen besteht aus abgenagten Ästen, Zweigen und Schlamm und kann bis zu 1,5 m hoch werden. Dort werden bis zu 4 Jungtiere geboren, die Jungen des Vorjahres müssen den Bau bereits verlassen haben.
Im Winter halten die Tiere eine Winterruhe, so dass vor der Burg im Herbst Zweige und Äste als Nahrungsvorrat gelagert werden.

Bedeutung für den Menschen

Auf Grund des Fällens von Bäumen sind Biber in der Forstwirtschaft nicht beliebt. Die Biberburgen könne außerdem im Bereich des Gewässerschutzes zu Behinderungen führen.

Im Bereich der menschlichen Behausungen sind sie meist nicht zu finden, allerdings könnten Gärten mit größeren Biotopen durch aus für die Tiere interessant sein.

Das Eindringen in Gärten kann man am besten durch bis zum Boden reichende Zäune verhindern, da Biber weder klettern können, noch Zäune untergraben.
Bäume sind am einfachsten und am wirksamsten vor dem Benagen zu schützen, in dem die Stämme mit Hasendraht umwickelt werden. Auch das Anbringen von Schälstopp - bestehend aus Klebstoff und Quarzsand - sowie das Bestreichen mit Rindergalle werden in der Literatur genannt; diese Wirkungen sind jedoch nicht als gesichert zu betrachten.

Das Einfangen und Umsiedeln der Tiere stellt dagegen keine Lösung dar, da die Reviere sofort von anderen Bibern besetzt werden.

Bibergehege in der Lobau

Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit in der oberen Lobau Biber aus nächster Nähe zu beobachten. Eine Aussichtsplattform am südlichen Ende des Geheges bieten eine gute Übersicht über das Areal. Bild- und Texttafeln geben zusätzliche Informationen über Verhalten und Lebensweise dieser Nagetiere.

Weitere Informationen: Bibergehege in der Lobau.

Ansprechpartner bei Problemen mit Wildtieren

In den Wald- und Forstgebieten unserer Stadt gilt das Jagdrecht, daher sind das Forstamt, die Magistratsabteilung 49, sowie die Wiener Jäger für diese Gebiete zuständig. Sie haben die Aufgabe das Wild zu hegen aber auch zu bejagen.
In allen öffentlichen, dicht verbauten Gebieten der Stadt, die naturgemäß kein Jagdgebiet darstellen, ist die MA 60 - Veterinäramt & Tierschutz, Ihr Ansprechpartner.

Die AmtstierärztInnen an der Tierschutz-Helpline geben gerne Auskunft über  mögliche Schutzmaßnahmen im Bereich des Gartens und des Wohnortes. Ein Einfangen und Abholen von Bibern wird jedoch aus den oben genannten Gründen nicht durchgeführt.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema senden Sie eine E-Mail oder rufen Sie die Tierschutz - Helpline der MA 60 - Veterinäramt und Tierschutz unter der Telefonnummer (01) 4000 –8060.

 

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