Tierschutz in Wien
 
 

Abschied - Alter und Tod bei unseren Heimtieren

- Viele Tierhalter belastet bei der Haltung von Heimtieren am meisten die Tatsache, dass sie um vieles kürzer leben als wir Menschen. Sie fürchten meist schon lange vorher Krankheit und Sterben des Tieres.
Abschied - Alter und Tod bei unseren Heimtieren

 

Viele Tierhalter belastet bei der Haltung von Heimtieren am meisten die Tatsache, dass sie um vieles kürzer leben als wir Menschen. Sie fürchten meist schon lange vorher Krankheit und Sterben des Tieres.

Mit der Anschaffung eines Heimtieres übernimmt man für mehr oder weniger lange Zeit die Verantwortung für ein abhängiges Lebewesen. Wie man dabei z.B. die turbulente Periode der Aufzucht und Erziehung eines Welpen in Kauf nimmt, so sollte man sich auch bewusst sein, dass früher oder später auch beim Tier altersbedingte Krankheiten auftreten können. Damit im Zusammenhang stehen oft nicht nur höhere Kosten der Haltung durch Tierarztbesuche, Diätfutter oder ähnliches sondern auch mehr Aufwand im Umgang mit dem Haustier durch vermehrte Rücksichtnahme auf mögliche körperliche Einschränkungen des Tieres.

 

Auch Tiere werden älter

Viele unsere Heimtiere altern meist vom Tierhalter unbemerkt, wie z.B. Ziervögel, Fische, Kleinnager, so dass Krankheit und Tod bei diesen Tieren oft überraschend eintreten.

Bei Tieren, die aufgrund ihrer Lebensweise und ihres Verhaltens eine sehr enge Bindung zum Menschen entwickeln, wie etwa Hunde, Katzen oder auch Pferde, ist es dem Tierhalter möglich, auch kleinste körperliche Beschwerden oder Verhaltensänderungen rasch zu erkennen.
Genauso wie beim Menschen können sich beim Heimtier altersbedingte Bewegungseinschränkungen, Stoffwechselstörungen oder Behinderungen im Bereich der Sinnesorgane entwickeln. Auch psychische und geistige Veränderungen können auftreten.

 

Der Tierarzt als Partner

Gerade um solchen körperlichen Veränderungen rechtzeitig begegnen zu können oder diesen gar vorzubeugen, empfiehlt sich, das alternde Tier regelmäßig dem Haustierarzt vorzustellen. Durch spezielle Untersuchungsprofile für das alte Tier und in der Folge medikamentelle Behandlungen oder Ernährungsumstellungen können viele Beschwerden gelindert und so die Lebensqualität des Tieres verbessert werden.

Für viele TierhalterInnen stellt sich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt des Abschiednehmens gekommen ist. Auch hier ist der betreuende Tierarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann den Gesundheitszustand des Tieres beurteilen und einschätzen, wie die Prognose für ein Krankheitsbild zu stellen ist und wie sehr eine Krankheit einem Tier Schmerzen oder Leiden verursacht. Im Grunde kann zwar jeder Tierhalter, der sein Haustier ja am besten kennt, beurteilen, wie sehr das Verhalten und die Lebensfreude des Tieres bereits eingeschränkt ist. Er sollte auch die Leidensfähigkeit seines Tieres am besten kennen.  Es zeigt sich aber immer wieder, dass Tierhalter aufgrund der persönlichen Bindung in ihrer Beurteilung nicht objektiv sein können und daher den Abschied aus egoistischen Gründen immer wieder hinauszögern.

Die Euthanasie ist eine Möglichkeit, die im Wesentlichen nur für Tiere und nur aus Gründen des Tierschutzes zur Verfügung steht. Sie wird von den praktizierenden Tierärzten daher nur aus diesen Gründen und nur nach reiflicher, verantwortungsbewusster Beurteilung aller Faktoren eingesetzt werden.
Sprechen Sie rechtzeitig, in Kenntnis des individuellen Verhaltens ihres Tieres, mit Ihrem Tierarzt über die Möglichkeit einer Euthanasie zu Hause, in der gewohnten Umgebung des Tieres. Manchmal, aber nicht in allen Fällen, ist diese Vorgangsweise die problemlosere.

 

Tierfriedhöfe, Tierkrematorium oder Tierkörperbeseitigung

Nach dem Tod eines Heimtieres stellt sich das Problem des Verbleibes des Tierkörpers. Wie damit umgegangen wird, ist eine philosophische Frage.
Viele Tierhalter suchen eine Möglichkeit, angemessen mit einer Zeremonie um das Haustier zu trauern. Für sie besteht in Wien die Möglichkeit, Tiere einäschern zu lassen. Tierfriedhöfe gibt es in Wien derzeit nicht; eine solche Möglichkeit wird in Niederösterreich angeboten. Beide Möglichkeiten sind jedoch mit Kosten verbunden. Das Vergraben von Tierkörpern ist in Wien derzeit verboten.

Im Regelfall werden Tierkörper der Tierkörperverwertung zugeführt. Die Abholung erfolgt in Wien durch die Tierkörperbeseitigung Wien GmbH NFG KG und wird für Privatpersonen kostenlos durchgeführt. Abholungen können unter 01/7676 176 angemeldet werden.

Handelt es sich bei dem verstorbenen Tier um einen Hund und möchte man nicht sofort einen Nachfolger anschaffen, sollte man die Abmeldung bei der zuständigen Stadtkasse schriftlich oder per Internet nicht vergessen.

 

Ein neues Familienmitglied

Viele Tierhalter denken nach dem Tod ihres Tieres darüber nach, ob sie den leer gewordenen Platz in ihrer Familie mit einem neuen tierischen Gefährten ausfüllen sollen. An dieser Stelle soll angeregt werden, die Aufnahme eines Tierheim - Tieres  in Erwägung zu ziehen. Viele dieser Tiere haben ebenfalls ihren - in diesem Fall - menschlichen Partner verloren und verdienen es, eine zweite Chance zu erhalten.

Oft schafft man es nach dem Verlust des Heimtieres nicht, ein neues zu sich zu nehmen. In diesem Fall sind Tierheime dankbar für die Spende des übrig gebliebenen Zubehörs.

Zum Schluss soll noch folgender anthropozentrischer Gedanke angeführt werden: Uns Menschen bleiben aufgrund der meist kürzeren Lebensdauer der Tiere Abschied und Schmerz nicht erspart, Tiere und Tierhaltung bieten aber zuvor eine derart große Bereicherung des Lebens, welche diese Wermutstropfen vielfach aufwiegt.

 

 

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Bisherige Meinungen zu diesem Artikel

Angelika Willig am 20.05.2011, 15:56h
Ich suchte im Netz nach Beiträgen zum Thema Tod bei Heimtieren und fand außer Ihrem nur Hinweise, was man mit dem toten Körper macht. - Ich würde mich gern etwas näher mit dem Thema beschäftigen. Kennen Sie vielleicht ein Buch oder eine andere Quelle?
Viele Grüße, A. Willig
 
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